29. Januar 2021

Interoperabilität in der Ophthalmologie

Die Digitalisierung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Primär geht es darum, klinische Prozesse effizienter zu gestalten. Dabei sind vornehmlich Untersuchungs-und Behandlungsprozesse im Fokus, aber durchaus auch Abrechnung und Controlling.

In der Ophthalmologie gibt es eine beachtliche Anzahl an innovativen Geräten, mit denen am Patienten Mess- und Bilddaten erhoben werden. Diagnostik und multimodale Bildgebung sind heute in der Ophthalmologie nicht mehr wegzudenken.

Wir unterstützen Sie gern mit unseren Softwareprodukten DICOMconnect und HL7connect sowie unserer Branchenerfahrung, Ihr medizintechnisches Gerät bereit für den anspruchsvollen Markt zu machen.

Darauf sollten Sie als Hersteller von diagnostischen und invasiven Systemen in der Ophthalmologie achten:

  • Die Umsetzung der Kommunikationsstandards DICOM und HL7 auf Basis der IHE-Profile
  • Angabe von Technical Framework, des Integrationsprofils und des/der Akteur(e), die das System unterstützt.
    • Damit Ihre Kundschaft ableiten kann, wie Ihr System kommunizieren kann:
      z. B. implementiert unser Gerät den Akteur „Acquisition Modality„ im “Unified Eye Care Workflow“ gemäß dem IHE Eye Care Technical Framework, so lässt sich das Gerät in den Standard-Workflow nahtlos einfügen.

Um sicher zu stellen, dass ein Gerät für ophthalmologische Anwendungen interoperabel ist, sollten Sie bei der Anschaffung auf Folgendes achten:

  • bei Kaufentscheidungen eine DICOM- und HL7-Schnittstelle fordern
  • dass das Technical Framework, das Integrationsprofil und der/die Akteur(e) angegeben sind, die das System unterstützt
  • um welche der drei von IHE Eye Care definierten Variante es sich bei Ihrer Infrastruktur handelt.
    • Von der Wahl der Variante hängen die DICOM-Dienste ab. IHE bietet für Hersteller sogenannte Connect-a-Thons an. Hier werden die verschiedenen Systeme miteinander verbunden und die Integrationsprofile durchgetestet. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, so dass Sie sich als Anwender gezielt über die IHE-Kompatibilität Ihrer bestehenden bzw. zu beschaffenden Systeme informieren können.

Der elementare Standard-Workflow in der Ophthalmologie

  • Ausgangspunkt ist das Krankenhaus-Informationssystem (KIS). Diese führen die Stammdaten aller Patienten und sind Basis für die Abrechnung der Fälle. Das KIS schickt außerdem Leistungsanforderungen an die bildgebenden und diagnostischen Systeme.
  • Die auf die Fachabteilungen spezialisierten Systeme sind es, welche die Leistungserbringung steuern und den konkreten Ablauf der Behandlung planen. Daraus entstehen Auftragslisten für die diagnostischen und bildgebenden Systeme.
  • Die Geräte in der Klinik fragen die ihnen zugeordnete Auftragsliste ab. Damit können die entstehenden Behandlungsdaten dem Patienten und dem Auftrag aus dem KIS zugeordnet werden und sind über die zentrale Akte im KIS aufrufbar.
  • Für die Speicherung von Bilddaten wird in der Regel ein spezialisiertes System – das PACS (Picture Archiving and Communication System) – verwendet.
  • Schlussendlich erfolgt eine kaskadierte Status-Rückmeldung vom Gerät ins KIS

    Wichtige Kommunikations-Standards für Hersteller Ophthalmologischen Gerät:

    HL7 und DICOM –> bieten die Optionen zum Nachrichtenaustausch

    DICOM –> Fokus auf den Bildakquisitionsprozessen
    HL7 –> wurde primär für den Informationsaustausch zwischen Verwaltungssystemen entwickelt

    IHE –> ist kein weiterer Standard, sondern eine Art Leitfaden zur Umsetzung der bestehenden Standards DICOM, HL7 u. a. um den Anforderungen unterschiedlicher Fachabteilungen gerecht zu werden. Die Kenntnis über Framework und Akteure sind entscheidend.

    Auf DICOM und IHE wird im Folgenden im Kontext der Ophthalmologie genauer eingegangen.
    Hier können Sie mehr über HL7 erfahren.

    DICOM

    DICOM steht für „Digital Imaging and Communication in Medicine“. Der Standard hat einen traditionell starken Fokus auf Bildakquisitionsprozesse.
    Zunehmend befasst sich DICOM auch ganz allgemein mit der Codierung von Behandlungsdaten, was auch die maschinenlesbare Kodierung von Messwerten, Kurven und Befunden (!) beinhaltet. Im Standard-Workflow findet sämtliche Kommunikation des Gerätes – das Abrufen der Auftragsliste, die Statusrückmeldung und die Übertragung der Behandlungsdaten – nach dem DICOM Standard statt. Somit ist DICOM sowohl im klinischen als auch im niedergelassenen Bereich unumgänglich, und damit von großer Relevanz für Geräte der Ophthalmologie.

    Der DICOM Standard hat den Ruf, sehr komplex zu sein. Die Entwicklung von Hard- und Software für Diagnostik und Behandlung ist von Themen der standardisierten Vernetzung weit entfernt. Hinzu kommen die regulatorischen Anforderungen an medizinische Produkte – es müssen Anforderungen formuliert, Risiken betrachtet und alle Schritte des Entwicklungsprozesses akribisch dokumentiert werden. Dies wird sich mit der Einführung der MDR weiter verschärfen.

    Unsere Lösung für Sie

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    Mehr zu DICOMconnect hier.>

    IHE EyeCare Technical Framework

    Damit der Bildaufruf vom KIS zum PACS funktioniert, müssen die hierfür relevanten Identifikationen (z. B. Patienten-ID, Auftragsnummer) lückenlos zwischen den einzelnen Nachrichten übertragen werden,
    Wie genau dies zu erfolgen hat, definiert die IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) Um z. B. den Anforderungen unterschiedlicher Fachabteilungen gerecht zu werden, ist IHE nach Anwendungsdomänen (Technical Frameworks) unterteilt, mit den Belangen der Augenheilkunde befasst sich das IHE EyeCare Technical Framework.
    Es standardisiert den oben skizzierten Standard-Workflow für diese Branche.

    Die Akteure

    Ein Technical Framework umfasst alle Anwendungsfälle (Integration Profiles) für eine bestimmte Domäne und beschreibt das Verhalten der beteiligten Systeme wie KIS, PACS und Gerät. Es wird jedoch vermieden, diese Systeme bezüglich ihres Funktionsumfangs zu beschreiben; dafür verwendet IHE den Begriff des Akteurs („Actor“). Die Akteure sind etwas feiner unterteilt als die tatsächlich im Feld befindlichen Systeme, ein System kann in der Rolle mehrerer Akteure auftreten. Zum Beispiel wird ein KIS/PVS in der Regel die Akteure „ADT/Patient Registration“ (Patienten- Stammdatenverwaltung) und „Order Placer“ (Auftragsvergabe) in sich vereinen. Die Akteure setzen das Integrationsprofil um, indem sie in Transaktionen („Transactions“) zusammenwirken, und im Rahmen dieser Transaktionen werden (DICOM/HL7) Nachrichten zwischen den Akteuren ausgetauscht. Mit dem beschriebenen Konzept wird klar, dass die Herstelleraussage „unser System ist IHE-kompatibel“ unvollständig ist. Um abzuleiten, wie ein System kommunizieren kann, müssen das Technical Framework, das Integrationsprofil und der/die Akteur(e) angegeben werden, die das System unterstützt.

    Diese Vorteile ergeben sich für die Ophthalmologie:

    Wenn Ihr Gerät umfassend gemäß dem IHE EyeCare Technical Framework implementiert ist, kann es:

    • Arbeitslisten per DICOM Modality Worklist abrufen
    • seine Bilddaten per DICOM C-STORE in das PACS übertragen
    • vom PACS eine Quittierung über die Aufbewahrung der Bilddaten anfordern und empfangen (DICOM Storage Commitment)
    • den Status der Untersuchung per DICOM MPPS (Modality Performed Procedure Step) an das KIS zurückmelden
    • es beachtet die zusätzlichen Auflagen von IHE bezüglich der Übertragung von Informationen zwischen den verschiedenen Nachrichten.

    Basierend auf einer umfassenden, zentralen Patientenakte im Haus kann dann weiterer Mehrwert generiert werden, z. B.:

    • Datenaustausch mit anderen Kliniken und Praxen
    • Datenaustausch mit patientengeführten Gesundheitsakten und -Registern
    • Unterstützung von Diagnose und Forschung durch KI-Algorithmen

    Konnten wir Sie von der Relevanz der Interoperabilität und unsrer Qualifikation auf diesem Gebiet überzeugen? Wir stehen Ihnen gerne bei der Anbindung Ihrer Geräte zu Seite.